Dunkle Biene: Warum sie so selten ist

Veröffentlicht am 27. Oktober 2026 um 20:51

Die Dunkle Biene war einst die einzige Honigbiene nördlich der Alpen. Warum sie fast verschwand und wie reine Königinnen sie heute erhalten.

Dunkle Bienen (Apis mellifera mellifera) auf dem Flugbrett: dunkler Hinterleib mit schmalen Filzbinden, typisch für die heimische Unterart, Zucht mellifera.lu Luxemburg

Wer heute einen Bienenstock öffnet, findet darin meist eine Biene, die ursprünglich gar nicht von hier stammt. Die eigentliche Honigbiene Mittel- und Nordeuropas, die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera), ist in vielen Regionen fast verschwunden. Hier erfährst du, wie es dazu kam und warum es sich lohnt, sie zu erhalten.

Die ursprüngliche Honigbiene nördlich der Alpen

Nach der letzten Eiszeit war die Dunkle Biene die einzige Honigbiene nördlich der Alpen, von den Pyrenäen bis zum Ural. Über Jahrtausende hat sie sich an das Klima Mittel- und Nordeuropas angepasst: an lange Winter, kühle und wechselhafte Sommer und kurze Trachtzeiten.

Erkennen kann man sie an ihrer dunklen Grundfarbe, den schmalen Filzbinden und dem kräftigen, breiten Körperbau.

Wie die Dunkle Biene verdrängt wurde

Ab 1852 wurden die ersten italienischen Bienen nach Deutschland gebracht, kurz darauf folgten Transporte von Bienen aus Kärnten. 1937 wurden schließlich Tausende Königinnen der Carnica-Biene aus Österreich eingeführt. Die importierten Unterarten vermischten sich mit der heimischen Biene, und reine Dunkle Bienen wurden immer seltener.

Wie selten ist die Dunkle Biene heute?

  • Deutschland: Seit dem Zweiten Weltkrieg gilt sie dort als nahezu ausgestorben. Sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztiere.
  • Frankreich: Dort macht sie nur noch etwa 10 % der Honigbienen aus.
  • Letzte Rückzugsorte: Rein erhalten hat sie sich oft auf abgelegenen Inseln, etwa auf Ouessant in der Bretagne, auf Læsø in Dänemark, das 1993 zum Schutzgebiet für die Dunkle Biene erklärt wurde, oder auf Colonsay in Schottland. Auch auf dem Festland gibt es Schutzgebiete,  z. B. im belgischen Pays de Chimay.

Dass es die Dunkle Biene überhaupt noch gibt, verdanken wir Imkerinnen und Imkern in ganz Europa, die sie mit viel Geduld erhalten und weiterzüchten.

Warum es sich lohnt, die Dunkle Biene zu erhalten

Die Dunkle Biene ist perfekt an unsere Region angepasst. Sie ist robust, winterhart und sparsam: Sie fliegt auch bei kühlem Wetter, legt im Herbst meist eine deutliche Brutpause ein und geht haushälterisch mit ihren Vorräten um. Die Brutpause hilft zudem bei der Varroabehandlung im Winter.

Und sie ist ein Stück Natur- und Kulturerbe. Mit jeder reinen Königin erhalten wir die genetische Vielfalt einer Honigbiene, die über Jahrtausende zu unserer Landschaft gehört hat.

Meine Zucht der Dunklen Biene in Luxemburg

In meiner Imkerei in Godbrange züchte ich ausschließlich mit der Dunklen Biene. Jedes Jahr wird nur mit dem Besten vom Besten weitergezüchtet. Selektiert wird auf:

  • Gesundheit: VSH, Bruthygiene, Vitalität und Überwinterung
  • Umgang: Sanftmut, Wabenflüchtigkeit, Propolis und Wirrbau
  • Leistung: Honigertrag und Fruchtbarkeit

Gemeinsam mit Arista Luxemburg arbeite ich außerdem an der Selektion auf Varroaresistenz, mit SDI-Besamungen, Infestierungen und Brutauszählungen.

Häufige Fragen zur Dunklen Biene

Ist die Dunkle Biene stechlustig?
Nein, das ist ein altes Vorurteil. Sie kann auf der Wabe etwas unruhiger sein, deshalb selektiere ich gezielt auf Sanftmut und Wabenflüchtigkeit.

Eignet sich die Dunkle Biene für Anfänger?
Mit Königinnen aus einer auf Sanftmut selektierten Zucht ist sie auch für weniger erfahrene Imker gut zu führen. Bei Fragen berate ich dich gerne persönlich.

Wo kann ich eine Königin der Dunklen Biene kaufen?
In meinem Shop kannst du Königinnen der Dunklen Biene für die kommende Saison vorbestellen, unbegattet, standbegattet oder instrumentell besamt.

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